Ich kann mit kleinem Engagement schon viel bewegen – und wenn dies alle tun, dann ist es etwas Großes! - Ein Interview

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Claus Uwe, wo und wie engagierst du dich und seit wann?

Ich unterstütze seit ca. 2 Jahren das Projekt „Fit für Behörden“. Hier helfe ich Hilfesuchenden beim Ausfüllen von Anträgen. Die Menschen kommen mit unterschiedlichen Anträgen, bei welchen sie Unterstützung brauchen. Durch meinen Beruf bin ich es gewohnt mit Papieren jeglicher Art umzugehen.

Worin bestand für Dich die Motivation ein Engagement zu beginnen?

Zunächst war dies ehrlicherweise nicht ganz freiwillig.
Ich habe zunächst eine Soziale Buse ableisten müssen, dann aber wurde soziale Freude daraus. Es macht mir wirklich großen Spaß, daher werde ich es auch nicht mehr aufhören.

Ich habe München sehr viel zu verdanken, bin heute in der glücklichen Lage kein Workaholic mehr sein zu müssen, daher möchte ich auf diese Weise der Stadt und deren Gesellschaft etwas zurückgeben.

Was bedeutet Ehrenamt für dich?

In der heutigen Zeit die Solidarität, die wir in Deutschland darstellen wollen, unsere eigentlichen Werte gehen immer weiter verloren. Alles wird so selbstverständlich. Und um diese Werte zu erhalten, sollten viel mehr Menschen Einrichtungen wie die Caritas unterstützen.
Früher war ich in der Vereinsarbeit tätig. Nun kommen die jungen Leute nach und wollen alles anders machen, das ist auch in Ordung so.

Die Arbeit der Caritas sorgt dafür, dass der Solidaritätsgedanke bestehen bleibt. Dies stärkt eine Gesellschaft.
Darüberhinaus ist es die Dankbarkeit der Menschen, die einem unheimlich viel gibt.

Hast du Tipps für den Einstieg in ein Ehrenamt?

Grundsätzlich finde ich, jede*r kann sich engagieren. Ich hatte anfangs wenig Vorstellung, vom Zeitaufwand. Ich denke viele haben eine falsche Vorstellung und denken man braucht unheimlich viel Zeit. An sich benötigt es aber nicht so viel Ressourcen, wie man oft glaubt. Wichtig ist, sich klar zu machen wie viel Zeit möchte ich schenken, sodass es für mich Freude bleibt und nicht zur Belastung wird. Ich habe mich daher entschieden 14-tägig für einige Stunden zu helfen. Dies bringe ich super in meinem Alltag unter.

Wichtig: Ich kann mit kleinem Engagement schon viel bewegen – und wenn dies alle tun, dann ist es etwas Großes!

Gab es ein besonderes tolles Erlebnis während deines bisherigen Engagements?

Es kam ein kroatischer Kellner zu mir, Gastarbeiter erster Generation. Durch eine Krankheit musste er seine Rente als Kellner aufstocken. Er kam hilfesuchend zu mir, da er während Corona schließlich nicht mehr wusste, wie er seine Miete bezahlen solle. Nachdem er bei mir war, ist er fast mit Tränen rausgegangen, als ich ihm zusätzlich viel Glück gewünscht habe. Diese Dankbarkeit in den Augen zu sehen und dieses Gefühl zu helfen, ist einfach schön. Das berührt mich.

Claus-Uwe, was denkst du, wie eine Welt ohne Freiwillige wäre?

…ein ganzes Stück weit leerer und kälter.

Bitte vervollständige uns zuletzt noch folgenden Satz: „Ich bin aktiv für meine Stadt weil…“

… wir eine wunderbare Landeshauptstadt haben, der ich viel zu verdanken habe und diese Stadt uns und jeden benötigt, der nur eine Stunde im Monat etwas dafür tut, dass sie weiter funktioniert.“

Vielen Dank für deine Zeit und das tolle Interview!